SHOW RACER : Rückblick auf 20 Jahre SHOW RACER in Deutschland .
Nach Deutschland kamen die ersten SHOW RACER 1988. Der Vizepräsident des BDRG und einer der besten Kenner der internationalen Taubenszene, Karl Heinz Sollfrank aus Nürnberg, ebnete durch seine freundschaftlichen Beziehungen zu Züchtern in den USA, den Weg für die Einfuhr nach Deutschland. Die Ausgangstiere stammten alle aus der bekannten Zucht des „Deutsch-Amerikaners“ Jack Fix aus Anaheim-Kalifornien. Die Tiere gingen zu den fränkischen Homer Züchtern, Alfons Lang, Karl Hudler und Hans Jörg Hörr. Bereits 1989 anlässlich der 71. Nationalen Rassegeflügelschau in Nürnberg, wurden sie als neue ausländische Rasse im Anerkennungsverfahren vorgestellt. Die Qualität der 16 ausgestellten Tiere in den Farbenschlägen Blau m. B., Blaugehämmert; Rotfahl; Rotfahlgehämmert sowie Indigogehämmert war so gut, dass sie bereits nach einmaliger Vorstellung vom Bundeszuchtausschuss in zehn verschiedenen Farbenschlägen anerkannt wurden. Was nun folgte, war ein einmaliger „Siegeszug „ der bis heute an hält und in dieser Form in Deutschland einmalig ist.

Ihren ersten wirklichen Auftritt auf einer deutschen Ausstellung, hatten sie aber schon 1958 anlässlich der „Deutschen Junggeflügelschau“ in Hannover, damals aber unter der Bezeichnung „Amerikanische Schaubrieftauben“. Es war ein dänischer Aussteller der die Tiere dort zeigte. Wilhelm Bremer, aus München, schrieb damals aber nicht so positiv über die Rasse in einem Schaubericht in der „Geflügel Börse“, Damals hatten die King in einer Voliere auf der selben Ausstellung einen ihrer ersten großen Auftritte und Bremer, dem LV Vorsitzenden aus Bayern als großen Förderer, lag natürlich sehr daran das sich die King in Deutschland etablierten, eine weitere „Konkurrenz“ aus den USA war ihm wohl nicht so genehm.
In einem weiteren Vorstellungsverfahren wurden 1995 die weißen Show Racer sowie alle Schimmelvarianten von den Züchtfreunden Gottfried Ernst, Rodgau Anton Rotschadl, Zwingenberg und Friedel Boßmeyer, Fränkisch Crumbach, vorgestellt und auch anerkannt.

Seit ihrer Anerkennung im Jahre 1989 wurden die Rasse und deren Züchter vom Deutschen SHOW Homer Klub mitbetreut. Einige Zuchtfreunde wollten aber mehr und schon bald gründete sich ein „Freundeskreis der SHOW Racer Züchter“. In umfangreichen Rundschreiben sowie Fachartikel in allen Fachzeitschriften wurden Interessenten über die Rasse informiert und Friedel Boßmeyer berichtete von seinen Reisen zu amerikanischen Züchtern und von Ausstellungen im Mutterland. So kam schon bald der Gedanke auf einen eigenständigen SHOW RACER Klub zu gründen. Auf Einladung von Friedel Boßmeyer und Gottfried Ernst, trafen sich am 7. Juli 1996 in Rodgau bei Frankfurt 39 Zuchtfreunde zur Gründungsversammlung des SHOW RACER Klubs Deutschland und wählten Joachim Albrecht aus Pirmasens zu ihrem
1. Vorsitzenden.

Die Resonanz war so groß, das auf der Mitgliederliste des ersten Rundschreibens im August 1996, bereits 91 Mitglieder registriert waren, darunter viele ehemalige Brieftaubenzüchter die aus verschiedenen Gründen nicht mehr am Reisegeschehen teilnehmen sich nun aber zu Tauben mit einer besonderen brieftaubenähnlichen Ausstrahlung hingezogen fühlen. Die rasche Verbreitung der Rasse lässt sich am besten an den Meldezahlen der jeweiligen Hauptsonderschauen seit der Klubgründung ablesen:

1997 in Paaren Glien bei Berlin 268 SHOW RACER
1998 in Michelbach – Alzenau 408 SHOW RACER
1999 in Hamm bei Worms 583 SHOW RACER
2000 in Berlin 475 SHOW RACER
2001 in Donauwörth 678 SHOW RACER
2002 in Reichertshofen 755 SHOW RACER
2003 in Oyten bei Bremen 722 SHOW RACER
2004 in Klein Ostheim 830 SHOW RACER
2005 in Magdeburg 920 SHOW RACER
2006 in Nürnberg 891 SHOW RACER
2007 in Schopfloch 798 SHOW RACER
2008 in Dingolfing 687 SHOW RACER

Auch auf den Bundesschauen in Hannover, der VDT Schau und der „NATIONALEN“ sind die SHOW RACER fast immer unter den „top ten“ vertreten. Karl Heinz Sollfrank bezeichnete die SHOW RACER anlässlich seines „Vorwortes“ zum Schau-Katalog im Jahre 2000, „als Rasse des Jahrzehnts“ in Deutschland.

Mindestens ebenso erfreulich wie der beobachtete Fortschritt bei unseren Spezies ist die Beobachtung eines immer größer werdenden Interesses an unseren Tauben. Nicht nur das sich die Mitgliederzahl des Klubs in den letzten Jahren vervielfachen konnte und die Nachfrage nach wirklich erstklassigen SHOW RACERN beim besten Willen nicht immer zu befriedigen war. Es wurde auch ein immer größeres Interesse von Züchtern anderer Rassen für den SHOW RACER festgestellt. Besonders Taubenkenner aus dem Reisetaubenlager, die aus irgend welchen Gründen nicht mehr die Möglichkeit haben ihre Tauben frei fliegen zu lassen weichen auf Ausstellungstauben aus. Kein Wunder, dass sie, die früher echte Leistungstauben züchteten, heute dem Charme der SHOW RACER erliegen. Er drückt durch seine Form und Haltung viel von dem aus, was an edlen Eigenschaften im Inneren einer Reistaube verborgen liegt SHOW RACER sind eben „Gentleman like“

Zu ende des Jahres 2005 weist die Mitgliederliste 285 Klubmitglieder aus, darunter sind dreißig Preisrichter von denen sich in der Vergangenheit zwölf zu Sonderrichtern für SHOW RACER weitergebildet haben. Gerade die Weiterbildung der Sonderrichter ist für die Klubführung ein großes Anliegen. Alle 2 Jahre findet eine zweitägige Tagung sämtlicher Klub-Preisrichter statt wo auf Rassefeinheiten hin besonders geschult wird. Seit der JHV 2003 führt nun Thomas Heinemann aus Großalmerode als 1. Vorsitzender die Geschicke des Vereins.

Neben den Sonderschauen haben sich die jährlich im Herbst an verschieden Orten stattfinden „Open Air Shows“ sehr gut bewährt. Hier werden nach amerikanischem Muster die Tiere in offener Bewertung qualifiziert und die Siegertiere mit einem „Diplom“ ausgezeichnet.

Der beim Anerkennungsverfahren 1989 eingereichte Standard, der seinerzeit von dem großen Taubenkenner und ehemaligem Chefredakteur der Geflügel Börse Christian Reichenbach, eng an dem des Mutterlandes USA angelegt, mit genetisch vernünftiger Auslegung, hat dazu beigetragen, das der SHOW RACER heute bei uns zu den beliebtesten unter den verschiedenen Homer Rassen zählt.

Abschließend kann man feststellen, dass die eigentliche geschichtliche Entwicklung des SHOW RACERS sich im Ursprungsland USA bis zum heutigen Tag vollzog. Mit etwas Stolz können wir aber auch behaupten, dass wir züchterisch als auch organisatorisch mit unseren amerikanischen Freunden auf etwa gleicher Stufe stehen. Geschichtlich werden dieses aber eines Tages andere beurteilen.

Dank gebührt daher all jenen, die in irgendeiner Weise klug und einsichtig mitgearbeitet haben diesen Weg zu ebnen

Friedel Bossmeyer